Finanzführung & Controlling
Ein Plan ist erst dann etwas wert, wenn er im Alltag funktioniert.
Viele Unternehmen haben eine gute Buchhaltung und trotzdem keine Steuerung. Die Buchhaltung sagt, was war. Controlling sagt, was kommt – und was zu tun ist. Ich baue diese Steuerung auf, in einer Form, die auch ohne Finanzstudium verständlich ist.
Der Unterschied in einem Satz
| Buchhaltung | Controlling | |
|---|---|---|
| Blickrichtung | rückwärts | vorwärts |
| Frage | Was ist passiert? | Was passiert als Nächstes – und was tun wir? |
| Taktung | monatlich, nach Abschluss | wöchentlich, teils täglich |
| Ergebnis | korrekte Zahlen | Entscheidungen |
Was ich aufbaue
- Ein Reporting, das man in 10 Minuten versteht. Zehn bis zwölf Kennzahlen, die wirklich steuern. Nicht vierzig, die niemand liest.
- Integrierte Finanzplanung. GuV, Bilanz und Cashflow in einem Modell – Änderungen wirken sich überall aus.
- Liquiditätsplanung. Rollierend, wochengenau, mit klaren Verantwortlichkeiten.
- Soll-Ist mit Konsequenz. Nicht nur Abweichung zeigen, sondern erklären – und eine Maßnahme benennen.
- Ein Prozess, der ohne mich läuft. Wer liefert was bis wann. Ein Abschluss, der nicht jedes Mal Chefsache ist.
Die Kennzahlen, mit denen ich anfange
| Kennzahl | Warum sie zählt |
|---|---|
| Liquidität 13 Wochen | Sagt, wie viel Zeit Sie haben. Wichtiger als jede Ergebniszahl. |
| Auftragsbestand und Book-to-Bill (Auftragseingang geteilt durch Umsatz) | Der Blick nach vorn – vor jedem Umsatz. |
| Rohertrag je Bereich | Zeigt, wo Geld verdient und wo es verbrannt wird. |
| Geldumschlagsdauer (Working Capital in Tagen) | Wie viel Kapital im Umlauf gebunden ist. |
| Forderungsalter | Früher Hinweis auf Ausfälle und Streit. |
| Deckungsbeitrag je Kunde | Meist verdienen wenige Kunden das Geld – und viele kosten es. |
| Personalquote | Der größte Fixkostenblock im Mittelstand. |
| EBITDA und EBIT rollierend (Ergebnis vor bzw. nach Abschreibungen, immer über die letzten zwölf Monate) | Der Trend, nicht die Momentaufnahme. |
Wie lange das dauert
Ein belastbares Reporting steht in sechs bis acht Wochen. Die Liquiditätsplanung läuft nach zwei Wochen. Die integrierte Planung braucht länger – sie ist der Schritt, der am meisten Ordnung verlangt.
Nächster Schritt
Wenn Sie Ihre Zahlen erst sechs Wochen nach Monatsende sehen, steuern Sie im Rückspiegel. Das lässt sich ändern.
Meine Erfahrungen
- Cash Flow Statement: Kapitalflussrechnung als Steuerungsinstrument (Anleitung 2026)Das Cash Flow Statement (Kapitalflussrechnung) übersetzt Gewinn in Zahlungsströme und gliedert sie in operating, investing und financing activities.
- Controlling: Wie Sie Ihr Unternehmen mit Zahlen steuern, statt ihnen hinterherzulaufenControlling ist der Teilbereich der Unternehmensführung, der Planung, Steuerung, Kontrolle und Information verbindet.
- Discounted Cash Flow Verfahren: Berechnung, Varianten und die Annahmen, die im Gremium haltenDas Discounted Cash Flow Verfahren ermittelt den Wert eines Unternehmens, indem erwartete zukünftige Cashflows auf den heutigen Wert abgezinst werden.
- Finanzplanung für Unternehmen: Finanzplan erstellen, der Engpässe zeigt, bevor sie da sindFinanzplanung für Unternehmen verbindet Umsatz, Kosten, Investition, Kapitalbedarf und Liquidität in einem Modell. Empfehlung: Planen Sie 3 Jahre, steuern Sie wochengenau.
- Finanzplanung mit Excel: Vom kostenlosen Finanzplan zur bankfähigen Steuerung (2026)Excel scheitert selten an Excel, sondern an isolierten Tabellen: GuV, Bilanz und Liquidität laufen nicht zusammen.
- Free Cash Flow berechnen: Formel, Berechnung und Beispiel für den Mittelstand (FCF)Der Free Cash Flow ist der operative Cashflow abzüglich der Investitionen (CapEx) und zeigt, was nach laufendem Geschäft und Investitionen frei verfügbar bleibt.
- Integrierte Finanzplanung: GuV, Bilanz und Liquidität in einem geschlossenen SystemIntegrierte Finanzplanung verknüpft Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Liquiditätsplanung rechnerisch miteinander. Empfehlung: Bauen Sie zuerst die Verknüpfung, dann die Detailtiefe.
- Kaufmännische Leitung: Aufgaben, Berufsbild und Gehalt einer Führungskraft im MittelstandDie kaufmännische Leitung verantwortet Rechnungswesen, Controlling, Treasury und Berichtswesen und berichtet direkt an die Geschäftsführung.
- Was ist Cash Flow? Definition, Berechnung und die Kennzahl, die Ihr Kontostand bestätigtDer Cashflow ist die Differenz aus zahlungswirksamen Einzahlungen und Auszahlungen einer Periode und zeigt, ob Gewinn auf dem Konto ankommt.
- Was ist Controlling? Definition, Aufgaben und Steuerung im MittelstandControlling ist der Teilbereich der Unternehmensführung, der Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche verbindet.